Ein Fotoshooting der besonderen Art – Zombie For One Day

Zwei Zombies versuchen durch ein Fenster reinzukommen.

Werbung I Fotoshooting.
Ohne Kinder.
Nur wir.
Als Paar.
Zu zweit.
Als Zombies.
Herrrrrlllliiiich!
Allein der Gedanke daran verursacht bei mir Gänsehaut.
Nicht zuletzt wegen des Themas – Zombie For One Day.
Jede Menge Spaß ist garantiert.
Ich bin megaaufgeregt und erzähle meinem Mann gleich am Abend, was uns am Wochenende erwartet. Stille … Und dann lautes Gelächter. Mein Mann hat allem Anschein nach ein klares Bild vor Augen und kriegt sich kaum noch ein: „Nicht dein Ernst, Schatz, oder? Du ekelst dich doch vor allem. Wie stellst du dir das vor?“
Ich bin leicht eingeschnappt und antworte genervt: „Ha, du wirst es noch sehen! Ich bin für jeden Spaß zu haben! Und den werde ich haben! Punkt! Aus!“
Gesagt, getan! Aber erst der Reihe nach …

Der Morgen des Shootings

Am Sonntag des 29. Oktober 2017 ist es dann soweit. Ich wache bereits mit einem fetten Grinsen im Gesicht auf. Die Erinnerungen an das James Blunts Konzert am Vorabend versetzten mich zusätzlich in Hochstimmung. Ob dieses Wochenende zum Highlight des Jahres mutiert? Das wird sich noch zeigen.
Jetzt gilt aufzustehen und sich fertig zu machen.
Kurz vor zwölf begeben wir uns auf den Weg in die Stadt. Die Gedanken überschlagen sich. Denn neben dem Shooting wartet noch ein weiteres Highlight auf mich – ein Meet & Greet mit Petra Röder, einer Nürnberger Autorin. Petra ist ein leidenschaftlicher Fan von „The Walking Dead“ und generell allem, was mit Zombies zu tun hat. Aus diesem Grund veranstalten sie und ihr Mann Micha seit ein paar Jahren dieses geniale Fotoshooting, immer an einer anderen Lokation.
Direkt vor der Lokation treffen wir auf einen Rudel rauchender Zombies. Das Bild ist so schräg und komisch zugleich, dass ich nicht anders kann, als zu lachen. Die Stimmung ist bombastisch und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Lust habe ich, in die Rolle des Zombies zu schlüpfen.

Altes Volksbad in Nürnberg als Ort des Geschehens

Die ein paar Minütchen vor unserem Zombie-Shooting nutzen wir, um uns die Lokation, das Volksbad in Nürnberg, genauer anzuschauen. Das Nürnberger Volksbad gilt als Juwel der Jugendstil-Badekultur und ist eine ganz besondere, geschichtsträchtige Lokalität.

Die Eingangshalle von Volksbad Nürnberg.
Foto: Olga Diesendorf

Der Wiederaufbau des im zweiten Weltkrieg zu 70 Prozent zerstörten Bades wurde erst 1959 abgeschlossen. Heute steht das denkmalgeschützte, für die Öffentlichkeit unzugängliche Gebäude – seit der Stilllegung im Jahre 1994 – leer und wird überwiegend nur für Fotoshootings vermittelt.
Die Eingangshalle ist wunderschön. Viele kleine Details verspüren ihren Charme. Mir fehlen die Worte, was selten der Fall ist und mein Mann dies dementsprechend kommentiert. Wieder einmal lautes Gelächter und wieder einmal auf meine Kosten. Uff …

Die Details der Eingangshalle des Nürnberger Volksbades.
Foto: Olga Diesendorf

Durch einen kleinen Gang gelangen wir in eine der drei Hallen. Es ist die größte und die schönste Halle des Volksbads. Das Becken ist unbefüllt und begehbar. Ich kann es mir nicht verkneifen, dies für ein Foto auszunutzen. Beeindruckend, oder?

Ein Mann steht im leeren Becken im Volksbad Nürnberg.
Foto: Olga Diesendorf

Im Untergeschoss befinden sich heruntergekommene und verschmutzte Bade- und Duschkabinen. Auch diese werden gerne als Hintergrund für ausgefallene Bilder genutzt.

ein Rudel Zombies an heruntergekommenen und verschmutzten Kabinen
Foto: MRR photography

Unsere Zombie-Verwandlung

Nach einem kurzen Rundgang sitze ich in der Maske und werde zum Zombie umgestylt. Das Umstyling macht Petra höchstpersönlich. Sie ist schnell und weiß ganz genau, was sie zu tun hat. Jeder Griff sitzt. Jede Wunde sieht beinah echt aus. Es ist fast schon erschreckend, wie gut sie das Styling beherrscht. Die Verwandlung in einen lupenreinen Zombie ist fast perfekt. Denn ein klitzekleines Detail ruiniert noch das Gesamtbild. Es sind die Zähne. Weiße Zähne. Das passt einfach nicht ins Bild. Kurzerhand drückt mir Petra einen braunen Lack in die Hand, damit ich meine Zähne anmalen kann. Das Zeug ist eklig, dafür sieht das Gesamtbild perfekt aus. Nun bin ich ein Zombie, wenn auch nur für einen Tag.

Utensilien für das Umstyling
Foto: Olga Diesendorf

Anschließend ist mein Mann dran. Ich nutze die Gelegenheit, um seine Verwandlung in Bildern festzuhalten und die ersten Weihnachtsplätzchen, gebacken von Petra, zu vertilgen.

Es wird eine Wunde modeliert.
Foto: Olga Diesendorf

Schon jetzt haben wir Riesenspaß. Keine Hektik. Tolle Gesellschaft. Interessante Gespräche. Nur eine Sache stört ein wenig – die Kälte. Die Lokation ist nicht beheizt und langsam merke ich, dass ich zu dünn angezogen bin.

Fotosession an verschiedenen Stellen in der Lokation

Kaum sind wir fertig, kommen der gut gelaunte Micha und sein Assistent Jonas durch die Tür. Kurz wird der Ablauf besprochen und wir starten direkt mit den Gruppenbildern, mit insgesamt vier weiteren Teilnehmern.

Ein Trudel Zombies im Keller des Volksbades Nürnberg.
Foto: MRR photography

Für die Gruppenaufnahme hat sich Micha ein richtig schönes Plätzchen ausgesucht – den Keller. Es ist dunkel, kalt und gleichzeitig so atemberaubend. Die Wände erzählen Geschichte. Ich habe Respekt davor, hier zu stehen und einfach alles sehen zu dürfen.

die verzweifelten Zombies versuchen auszubrechen.
Foto: MRR photography

Nach dem Probedurchlauf und der Lichtkontrolle heißt es, werft euch in Pose und guckt richtig gruselig. Ha, gruselig! Ich und gruselig?! Das kann ich – nicht! Wir brauchen mehrere Anläufe, um zombieähnliche Bilder hinzubekommen. So richtig gruselig zu gucken schaffe ich im Vergleich zu den anderen einfach nicht. Sogar mein Mann punktet. Wie schafft er es bloß? Hat wohl heimlich geübt?

die Zombies sind frei und sehen richtig gruselig aus.
Foto: MRR photography

Wir wechseln das Set und Petra stößt zu uns dazu. Sie ist auch die Erste, die sich meldet, als Michas Frage kommt, wer es sich auf dem Boden bequem machen will, aber nicht die Einzige. Es wird gelacht und rumgealbert. Schließlich soll jeder in den Genuss dieses besonderen „Ehrenplatzes“ kommen.

Petra hat den begehrten Ehrenplatz am Boden ergattert.
Foto: MRR photography

Die Zeit verfliegt viel zu schnell. Dann heißt es von den anderen Abschied nehmen, das Make-up auffrischen lassen und das Paar-Shooting genießen.

Zwei Zombies versuchen durch ein Fenster reinzukommen.
Foto: MRR photography

Mein Gesichtsausdruck wird mit jedem Foto besser und besser. Ich bin inzwischen richtig stolz auf mich. Wenn nur nicht die Gesichtsmuskeln wären, die so dermaßen verkrampft sind, dass es schon fast weh tut. Ich will mich aber nicht geschlagen geben. Ein Foto als ein waschechter und kein lachender Zombie will ich doch auch haben. Entscheide selbst, ob es mir gelungen ist …

Mein Spiegelbild und ich
Foto: MRR photography
Im Keller von Volksbad Nürnberg
Foto: MRR photography

Zum Vergleich … Mein Mann kann es eindeutig besser, oder?

der männliche Zombie versucht durch ein Fenster in einen Raum zu gelangen.
Foto: MRR photography
Ein männlicher Zombie steht auf der Treppe.
Foto: MRR photography

Und nun?

Die Bilder sind im Kasten. Mir ist kalt und dennoch bin ich unglaublich glücklich und zufrieden.
Ja, das war das beste Wochenende des Jahres. Gleich zwei große Ereignisse und unglaublich nette und zuvorkommende Menschen wie Petra und Micha haben unweigerlich dazu beigetragen.
Jetzt muss nur noch die Maskerade runter, was sich jedoch wegen des nicht vorhandenen fließenden Wassers als schwierig erweist. Petra entfernt provisorisch das Make-up und wir machen uns auf den Weg nach Hause, wo auf uns eine warme Dusche und ein leckerer Kuchen, gebacken von unseren Kindern und meiner Mama, warten.
Bereits am nächsten Tag hatten wir alle Bilder des Shootings zur Auswahl in einer passwortgeschützten Online-Galerie erhalten. Es war die Qual der Wahl, sich zu entscheiden. Am liebsten hätte ich alle Bilder genommen. Auch die mit dem lachenden Gesicht. Das bin einfach ich.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass Micha wirklich professionell und richtig schnell gearbeitet hat. Denn auch die fertig bearbeiteten Lieblingsmotive standen innerhalb von zwei Tagen zum Download bereit. Danke dafür!

Unser Fazit

Es hatte uns Riesenspaß gemacht, in die Rolle der Zombies zu schlüpfen und als Gruppe zu agieren. Das Highlight waren jedoch die Paaraufnahmen, auch wenn mein Mann mich mit seinem immer perfekt sitzenden Gesichtsausdruck in den Schatten gestellt hat. Es war ein unvergessliches Erlebnis, welches uns noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Hast du auch Lust bekommen, an so einem unvergesslichen Shooting teilzunehmen? Dann behalte unbedingt Michas Seite im Auge, denn spätestens im Spätsommer gibt er die Termine und die Lokation für 2018 bekannt.

Hab einen wundervollen Tag!
Deine Olga <3

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